Berlin: Gropius Passagen sind verkauft

Seit vergangener Woche ist es offiziell: Der Essener Centerbetreiber mfi und der amerikanische Finanzdienstleister und Anbieter von Pensionsleistungen TIAA-CREF sind die neuen Eigentümer der Gropius Passagen.
Für 341 Mio. Euro wechselte das Shoppingcenter in Berlin-Rudow den Besitzer. Verkäufer ist der von der UniCredit-Tochter WealthCap aufgelegte H.F.S.-Fonds Deutschland 11. Finanziert wurde der Deal von der Allianz Real Estate. Das Finanzierungsvolumen beträgt mehr als 230 Mio. Euro.

Mehr als 140 Geschäfte mit ungefähr 85.000 m2 Verkaufsfläche bieten die nach dem Baumeister Walter Gropius benannten Passagen an der Johannisthaler Chaussee 317. Diese wurden ursprünglich als Einkaufszentrum für die zwischen 1962 und 1975 nach einem Masterplan des Bauhaus- Architekten Gropius errichtete Trabantenstadt im Südosten des damaligen Westberlins errichtet.
Bescheidene 17.000 m2 Nutzfläche mit 40 Läden zählte das Einkaufszentrum seinerzeit. Das Angebot in den als Nahversorgungszentrum konzipierten Passagen reichte aber schon bald nicht mehr aus. Stück für Stück wurde das Center erweitert. Der Ausbau glich allerdings eher einem Wildwuchs als einer strukturierten Baumaßnahme. Das änderte sich 1994, als beschlossen wurde, die Gropius Passagen auf 47.500 m2 Verkaufsfläche auszubauen.
Finanziert wurde dieses Vorhaben über den H.F.S.-Fonds Deutschland 11 mit einem Gesamtvolumen von 234 Mio. Euro. Zwischen 1999 und 2001 erfolgten Kapitalerhöhungen zur erneuten Erweiterung der Gropius Passagen. Noch einmal 159 Mio. Euro flossen in diesen Jahren in das Projekt. Nach Angaben von WealthCap waren Ende 2010 96,4% der Gropius Passagen vermietet, mehr als die Hälfte der Verträge mit einer Laufzeit von unter sechs Jahren. Der Jahresmieterlös betrug 22 Mio. Euro. Ankermieter sind Galeria Kaufhof und Media Markt, Innova und Kinobetreiber UCI.

Mehr als 20 Mio. Euro für die Revitalisierung der Passagen Die mfi und ihr Joint-Venture-Partner übernehmen mit dem Center im Südosten Berlins einen gut laufenden Einkaufstempel: „Die Gropius Passagen sind ein Referenz-Objekt mit gutem Mieterbesatz und großem Potenzial für weitere Entwicklungen – besonders vor dem Hintergrund des bald fertiggestellten Flughafens Berlin-Brandenburg und der zu erwartenden positiven Effekte in den benachbarten Stadtteilen“, sagt mfi-VorstandsvorsitzenderMatthias Böning.
In den kommenden fünf Jahren sollen nach Angaben von mfi -Sprecher Thorsten Müller mehr als 20 Mio. Euro in bauliche und strukturelle Sanierungsmaßnahmen der Gropius Passagen fließen. Konkrete Pläne liegen Müller zufolge noch nicht auf dem Tisch, doch man wolle zügig mit dem Umbau beginnen.
Mit dem Erwerb der Gropius Passagen und fünf weiterer Center wie der Gera Arkaden oder der Höfe am Brühl in Leipzig hat die mfi ihr Portfolio innerhalb eines guten Jahres kräftig ausgebaut. Sie betreibt mit 600 Mitarbeitern bundesweit 24 Center für institutionelle Investoren. In Berlin gehören die Schönhauser Allee Arcaden, die Wilmersdorfer Arcaden, das Geschäftshaus Die Mitte am Alexanderplatz und die Neukölln Arcaden zu den von mfi geführten Objekten. Im eigenen Bestand entwickelt mfi bis 2014 sechs weitere Projekte mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Mrd. Euro. Der eigene Immobilienbesitz soll in den nächsten drei bis vier Jahren weiter ausgebaut werden und sich auf einen Gesamtwert von 2 Mrd. Euro erhöhen. Bevorzugt werden Center in innerstädtischen Lagen gesucht.

Immobilienzeitung 26.4.2012

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